Volkslieder
Ach, wie ist's möglich dann Die Blümelein, sie schlafen Die Gedanken sind frei Ein Vogel wollte Hochzeit machen

 

In einem kühlen Grunde
Kein schöner Land Und in dem Schneegebirge Wie lieblich schallt Komm, lieber Mai Es, es, es und es
Ade, zur guten Nacht Vöglein im hohen Baum    
         

 

 

 

Ach, wie ist's möglich dann,

Ach, wie ist's möglich dann,
dass ich dich lassen kann,
hab dich von Herzen lieb,
das glaube mir!
Du hast das Herze mein
so ganz genommen ein,
dass ich kein' andre lieb
als dich allein.

Blau ist ein Blümelein,
das heißt Vergissnichtmein;
dies Blümlein leg ans Herz
und denk an mich!
Stirbt Blüt und Hoffnung gleich,
wir sind an Liebe reich;
denn die stirbt nie bei mir,
das glaube mir!

Wär ich ein Vögelein,
wollt ich bald bei dir sein,
scheut' Falk und Habicht nicht,
flög' schnell zu dir.
Schöss mich ein Jäger tot,
fiel ich in deinen Schoß,
sähst du mich traurig an,
gern stürb ich dann.

 

<Zurück>

 

 

 

Die Blümelein, sie schlafen

 

Die Blümelein, sie schlafen
schon längst im Mondenschein.
Sie nicken mit den Köpfchen
auf ihren Stängelein.
Es rüttelt sich der Blütenbaum,
er säuselt wie im Traum;
Schlafe, schlafe, du mein Kindlein.

Die Vögelein, sie sangen
so süß im Sonnenschein.
Sie sind zur Ruh' gegangen
in ihre Nestchen klein;
Das Heimchen in dem Ährengrund,
es tut allein sich kund.
Schlafe, schlafe, du mein Kindlein.

Sandmännchen kommt geschlichen
und guckt durchs Fensterlein,
ob irgend noch ein Liebchen
nicht mag zu Bette sein;
und wo er noch ein Kindchen fand,
streut er ins Aug' ihm Sand:
schlafe, schlafe, du mein Kindlein.

Sandmännchen aus dem Zimmer,
es schläft mein Herzchen fein.
Es ist gar fest verschlossen
schon sein Guckäugelein.
Es leuchtet morgen mir Willkomm
das Äugelein so fromm!
Schlafe, schlafe, du mein Kindlein.

 

<Zurück>

 

Die Gedanken sind frei

Die Gedanken sind frei,
wer kann sie erraten,
sie fliehen vorbei,
wie nächtliche Schatten.
Kein Mensch kann sie wissen,
kein Jäger erschießen
mit Pulver und Blei.
Die Gedanken sind frei!

Ich denk was ich will
und was mich beglücket,
doch alles in der Still',
und wie es sich schicket.
Mein Wunsch, mein Begehren
kann niemand verwehren,
es bleibet dabei:
Die Gedanken sind frei!

Und sperrt man mich ein
in finsteren Kerker,
ich spotte der Pein
und menschlicher Werke.
Denn meine Gedanken
zerreißen die Schranken
und Mauern entzwei,
Die Gedanken sind frei!

Drum will ich auf immer
den Sorgen entsagen
und will mich auch nimmer
mit Grillen mehr plagen.
Man kann ja im Herzen
stets lachen und scherzen
und denken dabei:
Die Gedanken sind frei!.

Ich liebe den Wein,
mein Mädchen vor allen,
sie tut mir allein
am besten gefallen,
ich bin nicht alleine
bei einem Glas Weine,
mein Mädchen dabei:
Die Gedanken sind frei!

<Zurück>

 

Ein Vogel wollte Hochzeit machen

 

 

Ein Vogel wollte Hochzeit machen
in dem grünen Walde.
Fidirallalla, fidirallalla,
Fidirallallallalla.

 

Die Drossel war der Bräutigam,
die Amsel war die Braute.
Fidirallalla, fidirallalla,
Fidirallallallalla.

 

Die Lerche, die Lerche,
die führt die Braut zur Kerche.
Fidirallalla, fidirallalla,
Fidirallallallalla.

 

Der Auerhahn, der Auerhahn,
derselbig war der Kapellan.
Fidirallalla, fidirallalla,
Fidirallallallalla.

 

Die Meise, die Meise,
die sang das Kyrileise.
Fidirallalla, fidirallalla,
Fidirallallallalla.

 

Die Gänse und die Anten, 

das warn die Musikanten.
Fidirallalla, fidirallalla,
Fidirallallallalla.

 

Der Pfau mit seinem bunten Schwanz,
macht mit der Braut den ersten Tanz.
Fidirallalla, fidirallalla,
Fidirallallallalla.

 

Der Kiebitz, der Kiebitz,
der macht dabei den schönsten Witz.
Fidirallalla, fidirallalla,
Fidirallallallalla.

 

Der Seidenschwanz, der Seidenschwanz,
der sang das Lied vom Jungfernkranz.
Fidirallalla, fidirallalla,
Fidirallallallalla.

 

Die Puten, die Puten,
die zogen breite Schnuten.
Fidirallalla, fidirallalla,
Fidirallallallalla.

 

Der Wiedehopf, der Wiedehopf,
guckt hungrig in den Suppentopf.
Fidirallalla, fidirallalla,
Fidirallallallalla.

 

Brautmutter war die Eule,
nahm Abschied mit Geheule.
Fidirallalla, fidirallalla,
Fidirallallallalla.

 

Das Finkelein, das Finkelein,
das führt das Paar ins Kämmerlein.
Fidirallalla, fidirallalla,
Fidirallallallalla.

 

Der Uhu, der Uhu,
der macht die Fensterläden zu.
Fidirallalla, fidirallalla,
Fidirallallallalla.

 

Der lange Specht, der lange Specht,

der macht der Braut das Bett zurecht.

Fidirallalla, fidirallalla,

Fidirallallallalla.

 

Die Fledermaus, die Fledermaus,
die zieht der Braut die Strümpfe aus.
Fidirallalla, fidirallalla,
Fidirallallallalla.

 

Frau Kratzefuß, Frau Kratzefuß
gibt allen einen Abschiedskuss.
Fidirallalla, fidirallalla,
Fidirallallallalla.

 

Der Hahn, der krähte: "Gute Nacht!"
Nun wird die Kammer zugemacht.
Fidirallalla, fidirallalla,
Fidirallallallalla.

 

Es ist die Vogelhochzeit aus
und alle gehn vergnügt nach Haus.
Fidirallalla, fidirallalla,
Fidirallallallalla.

<Zurück>

 

 

In einem kühlen Grunde

 

In einem kühlen Grunde,

da geht ein Mühlenrad,

mein Liebchen ist verschwunden, 

das dort gewohnet hat,

mein Liebchen ist verschwunden, 

das dort gewohnet hat.

 

Sie hat mir Treu’ versprochen,  

gab mir ein’ Ring dabei, 

sie hat die Treu’ gebrochen, 

das Ringlein sprang entzwei.

Sie hat die Treu’ gebrochen, 

das Ringlein sprang entzwei.

 

Ich möcht’ als Spielmann reisen 

wohl in die Welt hinaus

und singen meine Weisen

 und geh’ von Haus zu Haus,

und singen meine Weisen 

und geh’ von Haus zu Haus.

 

Hör’ ich das Mühlrad gehen, 

ich weiß nicht, was ich will;

ich möcht’ am liebsten sterben,

da wär’s auf einmal still,

ich möcht’ am liebsten sterben, 

da wär’s auf einmal still.

<Zurück>

 

 

 

Kein schöner Land

 

Kein schöner Land in dieser Zeit,
als wie das uns're weit und breit.
Wo wir uns finden
wohl unter Linden
zur Abendszeit,
wo wir uns finden
wohl unter Linden
zur Abendszeit.

Da haben wir so manche Stund'
gesessen da in froher Rund
und taten singen,
die Lieder klingen
im Eichengrund,
und taten singen,
die Lieder klingen
im Eichengrund.

Dass wir uns hier in diesem Tal
noch treffen so viel hundertmal,
Gott mag es schenken,
Gott mag es lenken,
er hat die Gnad,
Gott mag es schenken,
Gott mag es lenken,
er hat die Gnad.

Nun Brüder eine gute Nacht,
der Herr im hohen Himmel wacht.
In seiner Güte,
uns zu behüten,
ist er bedacht,
in seiner Güte,
uns zu behüten,
ist er bedacht.

<Zurück>

 

 

Und in dem Schneegebirge

 

 

Und in dem Schneegebirge,

 da fließt ein Brünnlein kalt,

und wer daraus tut trinken,

 und wer daraus tut trinken

wird jung und nimmer alt.

 

Ich hab daraus getrunken 

gar manchen frischen Trunk,

ich bin nicht alt geworden, 

ich bin nicht alt geworden,

ich bin noch allzeit jung.

 

"Ade, mein Schatz, ich scheide, 

ade, mein Schätzelein!"

"Wann kommst du aber wieder, 

wann kommst du aber wieder,

Herzallerliebster mein?"

 

"Wenn's schneiet rote Rosen 

und regnet kühlen Wein.

Ade, mein Schatz, ich scheide, 

ade mein Schatz ich scheide,

ade mein Schätzelein!"

 

"Es schneit ja keine Rosen 

und regnet auch keinen Wein:

So kommst du auch nicht wieder, 

so kommst du auch nicht wieder,

Herzallerliebster mein."

<Zurück>

 

 

Wie lieblich schallt

 

Wie lieblich schallt durch Busch und Wald

des Waldhorns süßer Klang, des Waldhorns süßer Klang

Der Wiederhall im Eichental

hallt's nach so lang, so lang; hallt's nach so lang, so lang.

 

Und jeder Baum, im weiten Raum

dünkt uns wohl noch so grün, dünkt uns wohl noch so grün!

Es wallt der Quell wohl noch so hell

durch's Tal dahin, dahin, durch's Tal dahin, dahin!

 

Und jede Brust fühlt neue Lust

beim frohen Zwillingston, beim frohen Zwillingston.

Es flieht der Schmerz, aus jedem Herz

sogleich davon, davon, sogleich davon, davon!

 

<Zurück>

 

Komm lieber Mai

Komm lieber Mai und mache
die Bäume wieder grün
und lass uns an dem Bache
die kleinen Veilchen blühn.
Wie möchten wir so gerne
ein Blümchen wieder sehn,
ach lieber Mai wie gerne,
einmal spazieren gehn.

Zwar Wintertage haben
wohl auch der Freuden viel.
Man kann im Schnee frisch traben
und treibt manch Abendspiel.
Baut Häuselchen von Karten,
spielt Blindkuh und Pfand,
auch gibts wohl Schlittenfahrten
aufs schöne weiße Land.

Doch wenn die Vöglein singen,
und wir dann froh und flink
auf grünem Rasen springen,
das ist ein ander Ding.
Jetzt muss mein Steckenpferdchen
dort in dem Winkel stehn,
denn draußen in dem Gärtchen
kann man vor Schmutz nicht gehn.

Am meisten aber dauert
mich Lottchens Herzeleid,
das arme Mädchen lauert
recht auf die Blumenzeit.
Umsonst hol ich ihr Spielchen
zum Zeitvertreib herbei,
sie sitzt in ihrem Stühlchen,
wie's Hühnchen auf dem Ei.

Komm mach es bald gelinder,
dass alles wieder blüht,
dann wird das Flehn der Kinder
ein lautes Jubellied.
O komm' und bring' uns allen
die lieben Veilchen mit,
bring' Ros' und Nachtigallen
und viele Kuckucks mit!

Ach wenn's doch erst gelinder
und grüner draußen wär!
Komm, lieber Mai, wir Kinder,
wir bitten dich gar sehr!
O komm und bring vor allem
uns viele Veilchen mit!
Bring auch viel Nachtigallen
und schöne Kuckucks mit!

<Zurück>

 

 

Es, es, es und es

Es, es, es und es,
es ist ein harter Schluss,
weil, weil, weil und weil,
weil ich aus Frankfurt muss!
Darum schlag ich Frankfurt mir aus dem Sinn
Und wende mich Gott weiß wohin.

Ich will mein Glück probieren,
marschieren. 


Er, er, er und er,

Herr Meister, leb er wohl!
Er, er, er und er,
Herr Meister, leb er wohl!
Ich sag's ihm grad frei in's Gesicht,
seine Arbeit, die gefällt mir nicht.

Ich will mein Glück probieren,
marschieren.


Sie, sie, sie und sie,

Frau Meistrin leb sie wohl!
Sie, sie, sie und sie,
Frau Meistrin leb sie wohl!
Ich sag's ihr grad frei in's Gesicht,
ihr Speck und Kraut, das schmeckt mir nicht

Ich will mein Glück probieren,
marschieren.


Er, er, er und er,

Herr Wirt, nun leb er wohl!
Er, er, er und er,
Herr Wirt, nun leb er wohl!
Hätt er die Kreid nicht doppelt geschrieben,
wär ich noch länger dageblieben

Ich will mein Glück probieren, marschieren.


Ihr, ihr, ihr und ihr,

ihr Jungfern lebet wohl!

Ihr, ihr, ihr und ihr,
ihr Jungfern lebet wohl!
Ich wünsch' euch all'n zu guter letzt,
einen andern, der meine Stelle ersetzt.

Ich will mein Glück probieren,
marschieren. 


Ihr, ihr, ihr und ihr,

ihr Brüder lebet wohl!
Ihr, ihr, ihr und ihr,
ihr Brüder lebet wohl!
Hab ich euch was zuleid getan
so bitt' ich um Verzeihung an.

Ich will mein Glück probieren, marschieren.


Und, und, und und und,

und ward zu guter Letzt,
Auch, auch, auch und auch
ein Hund auf mich gehetzt.
Dem Kerl setz' ich auf den Türenknauf
des nachts was Warmes, Weiches drauf.

Ich will mein Glück probieren,
marschieren.

<Zurück>

Ade, zur guten Nacht

Ade,  zur guten Nacht,
jetzt wird der Schluss gemacht,
dass ich muss scheiden.
Im Sommer, da wächst der Klee,
im Winter, da schneit's den Schnee,
da komm ich wieder.
Im Sommer, da wächst der Klee,
im Winter, da schneits den Schnee,
da komm ich wieder.


Es trauern Berg und Tal,
wo ich viel tausend Mal
bin drüber gegangen;
das hat deine Schönheit gemacht,
die hat mich zum Lieben gebracht
mit großem Verlangen,
das hat deine Schönheit gemacht,
die hat mich zum Lieben gebracht
mit großem Verlangen.

Das Brünnlein rinnt und rauscht
wohl unterm Holderstrauch,
wo wir gesessen.
Wie manchen Glockenschlag,
da Herz bei Herze lag,
das hast du vergessen,
wie manchen Glockenschlag,
da Herz bei Herze lag,
das hast du vergessen.

Die Mädchen in der Welt
sind falscher als das Geld
mit ihrem Lieben.
Ade, zur guten Nacht, jetzt wird der Schluss gemacht,
dass ich muss scheiden,
ade, zur guten Nacht,
jetzt wird der Schluss gemacht,
dass ich muss scheiden.

<Zurück>

Vöglein im hohen Baum

Vöglein im hohen Baum,

Klein ist's, ihr seht es kaum,

Singt doch so schön,

Daß wohl von nah' und fern,

Alle die Leute gern

Horchen und steh'n.

Horchen und steh'n.

 

Blümlein im Wiesengrund

Blühen so lieb und bunt,

Tausend zugleich.

Wenn ihr vorüber geht,

Wenn ihr die Farben seht,

Freuet ihr euch.

Freuet ihr euch.

 

Wässerlein fließt so fort

Immer von Ort zu Ort

Nieder ins Tal.

Dürsten nun Mensch und Vieh,

Kommen zum Bächlein sie,

Trinken zumal.

Trinken zumal.

 

Habt ihr es auch bedacht,

Wer euch so schön gemacht

Alle die drei?

Gott, der Herr, machte sie.

Daß sich nun spät und früh

 Jedes dran freu'.

 Jedes dran freu'.

<Zurück>